Tribalstay
Uns begleitete auch noch Lakshmanan und Sumathi, zwei Mitarbeiter die mit den Tribals arbeiten. Zusammen mit ihnen wurde dann mit den Dorfbewohnern den mitgebrachten Reis und das Gemuese gekocht. Es war lustig wie 20 Menschen vor den ueberdimensionalen grossen Toepfen, die auf offenen Feuer standen, ueber Rezept, Gewuerze und Zubereitung des Essens diskutierten. Dass es mittlerweile dunkel war verinfachte die Sache nicht unbedingt. In der Zwischenzeit spielten die Kinder "blinde Kuh" und liessen uns gerne mitmachen. Uns machte es riesen Spass mit den anfangs etwas schuechternen Kinder rumzutollen. Schlieslich gab es leckeres Samba, Rassam, Pouriell und Reis. Zusammen mit allen Dorfbewohnern liessen wir es uns schmecken.
Danach folgte das "cultural program" - Die Trommeln wurden rausgeholt und die Dorfbewohner fingen nach mehrere Minuten andauernden Diskussionen ueber Rhytmus und Schritte an zu tanzen. In der Tribal area ist es ueblich, anders als in den Staedten, dass auch die Frauen zu der traditionellen Trommelmusik tanzen. Wir durften auch mitmachen - und es machte total viel Spass mit ihnen zu tanzen nachdem wir die Schritte gelernt hatten. Es ist schade, dass die meisten Tribalpeople nicht mehr in diesen Taenzen und Braeuchen interressiert sind. Denn seit die Regierung jedem Haus einen Fernseher stellt, bevorzugen sie eine andere Art von Unterhaltung.
Spaeter erfuhren wir auch, dass es neben den Tanzbraeuchen noch sehr viele grundlegende Unterschiede zwischen den Ureinwohnern und der Stadtbevoelkerung gibt. So entscheidet ueber die Wahl des Ehemanns oder der Ehefreu nicht die Eltern und das Horoskop, sondern die Paare selbst. Moegen sich die zwei muss der kuenftige Ehemann nur den Vater ueberzeugen, das er auch hart arbeiten kann. Hierfuer lebt er einige Zeit in dem Haus der Braut. Eine Hochzeit an sich ist auch nicht zwingend notwendig. Maenner und Frauen koennen auch so zusammen in den Tribal Doerfern leben. Nach dem Tanzen ging es dann in das Haus des Dorfoberhauptes, in dem wir zusammen mit unserer Mentorin auf dem Boden geschlafen haben. Am naechsten Morgen gingen wir zusammen mit Malika an den Fluss und genossen die kuehle Luft, die anders als in der Stadt sehr erfrischend war. Dann hiess es fuer Malika erst einmal wieder Abschied nehmen von ihren Freunden und Geschwistern im Dorf. Doch schon in den naechsten Ferien kann sie sie wieder besuchen und mit ihnen am Fluss und in der Umgbung spielen. Malika hat eine juengere Schwester und eine aelteren Bruder. Beider gehen nicht zur Schule. Die Schwester huetet den ganzen Tag lang Ziegen. Die Mutter hat die Familie wegen Problemen mit ihrem Ehemann verlassen und ist in ihr Heimatdorf zurueckgekehrt. Ihr Vater hat psychische Probleme und trinkt. So sind die Kinder auf sich allein gestellt. Doch die Dorfbewohner und NMCT unterstuetzen die Kinder.
Bewegende Geschichten in einem Obdachlosenheim
Father Moylen nahm uns mit nach Kerala und zeigte uns ein "Care home" fuer Obdachlose und alte Menschen. Die Fahrt dauerte ungefaehr 2-3 stunden durch die schoene Dschungellandschaft von Kerala. Das Heim liegt sehr versteckt in einem Waldstueck. Hier haben die Menschen eine friedliche und ruihge Umgebung in der sie leben koennen. Die meisten der Bewohner haben frueher auf den Strassen von grossen Stadten gelebt und gebettelt um zu ueberleben. Einige wurden von der Polizei mitgenommen und zu dem Heim gebracht. Es gibt auch einen Bereich der abgeschlossen ist, hier wohnen diejenigen die geistig etwas eingeschraenkt sind und weglaufen wuerden. Durch ein Gitter konnten wir mit diesen Menschen kommunizieren und die Geschichten die sie zu erzaehlen hatten waren traurig, erschreckend und gleichzeitig bewegend. Ein sehr junger Mann erzaehlte dass er Priester werden wollte und das er nun ein Heiliger sei. Der Pfarrer der das Heim betreut konnte uns berichten, dass dieser Mann waehrend der Ausbildung zum Geistlichen starke psychische Probleme bekam, schlieslich obdachlos wurde und in das Heim gebracht wurde. Ein anderer Bewohner ist tiefster Ueberzeugung der President von Indien zu sein und nannte uns auch sein jaehrliches Einkommen. Besonders bewegend war das Schicksal einer jungen Frau die in das Care Center gebracht wurde nachdem sie drei Tage ihren toten Bruder angeguckt hatte. Dieser hatte sich erhaengt. Erst die Nachbarn, die durch den Geruch aufmerksam wurden fanden die seelisch verstoerte Frau.
Diese Geschichten ruehrten uns zutiefst. Und wir bewunderten den Pfarrer der in diesem Center wohnt und sich fast alleine um diese Menschen kuemmert und ihnen eine friedliches und ruihges Zuhause gibt. Diese Menschen haben viele schlimme Dinge gesehen und durchgemacht.
Diese Geschichten ruehrten uns zutiefst. Und wir bewunderten den Pfarrer der in diesem Center wohnt und sich fast alleine um diese Menschen kuemmert und ihnen eine friedliches und ruihges Zuhause gibt. Diese Menschen haben viele schlimme Dinge gesehen und durchgemacht.
In dem Center gibt es auch Kuehe und Huehner so koennen sie sich mit Milch und Eiern teilweise selbstversorgen. Dennoch sind sie zu einem Grossteil auf Spenden aus der Bevoelkerung angewiesen. Jeden Tag gibt es eine bestimmte Zeit, die zum Beten gedacht ist. Hierbei ist den Bewohnern frei gestellt zu wem sie beten moechten. Sie dient auch dazu die oft sehr rastlosen Frauen und Maenner etwas zu beruihgen. In jedem der beiden Schlafhallen gibt es Aquarien mit verschiedenen Fischen. Auch sie wurden zu dem Zweck aufgestellt die pychisch labilen Menschen zur Ruhe zu bringen. Eine andere Methode ist auch ihnen verschiedene Aufgaben im Haushalt und auf dem Hof zu geben. Hierbei ist in erster Linie wichtig, dass sie eine Beschaeftigung haben und nicht wie sie ausgefuert wird.
Nachdem wir in dem Center zu Mittag gegessen hatten fuhren wir zurueck nach Coimbatore. Wahrend der Fahrt erzaehlte Father Moylen uns, dass in Coimbatore ein aehnliches Heim geplant sei und er sich kuenftig auch um Menschen von der Strasse kuemmern wird. Er verdient in jedem Fall unseren groessten Respekt, denn diese Arbeit erfordert viel Einsatz. Wir konnten mit eigenen Augen sehen wie schwierig es sein kann mit diesen labilen Menschen umzugehen.
Es ist schoen zu sehen wie sie ihnen Hoffnung und einen besseren Platz zum leben geben...
Es ist schoen zu sehen wie sie ihnen Hoffnung und einen besseren Platz zum leben geben...
Nice coverage of the entire episode. Its good to see that even in villages people make choices of settling with someone based on their likes and not based on other critereas;something that so called city ppl should learn from them.Was wondering as to why there were no updates on blog for so long; after reading this lengthy blog, i realise how busy u ppl were.. gr8 job. keep it up. take care.God bless!!
AntwortenLöschenHallo Ihr Beiden,
AntwortenLöschenwie beeindruckend, was Menschen leisten, um Obdachlosen und geistig Verwirrten ein Zuhause zu geben - wahrscheinlich ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein in Indien!
Lieben Gruß, Gisela