
Am 13.11. haben wir die Ureinwohner Doerfer Sorandi und Arakadavu besucht. Da Mallica – eines der Abhaya Maedchen- in Sorandi augewachsen ist, hat sie an diesem Tag Schulfrei gekriegt und uns begleitet. Sie ist die einzige unter den Maedchen , die aus einem Tribal- (Ureinwohner) dorf stammt.
Der eigentliche Grund fuer unseren Ausflug war aber dass 2 Mitarbeiter der Organisation MCRC den Ureinwohnern zeigen wollten welche Pflanzen sie verabeiten und als Naturprodukte verkaufen koennen. Zusammen mit ihnen , Lakshmanan , Mallica und dem Fahrer von NMCT Prakash fuhren wir im Jeep eineinhalb Stunden durch die Natur und wurden auf den unebenen Strasen richtig gut durchgeschuettelt. Auf unserem Weg nahmen wir dann noch eine aus dem Dorf Arakavadu stammende Mitarbeiterin von NMCT mit und einen Ranger der uns zur Sicherheit begleiten sollte. Als wir in dem in den Bergen gelegenen Dorf ankamen, begruesten uns die Dorfbewohner und Mallica war total aufgeregt. Sie wollte uns alles zeigen und konnte garnicht mehr aufhoeren “Sister, come sister!” zu rufen. Uns wurde sogar Kaffe gebracht, allerdings ohne Milch, dafuer mit umso mehr Zucker. Leider waren Mallicas Eltern und ihr aelterer Bruder arbeiten, so das wir nur ihre 2 juengeren Schwestern kennenlernten und ihre Tanten und Grosmuetter. Maenner waren nur 3 im Dorf, da alle anderen unterwegs waren.

Zuammen mit einer Gruppe von ca 30 Frauen und Kindern liefen wir zu einem nahegelegenen Fluss. Wir waren total begeistert von der wunderschoenen Landschaft und wollten garnicht mehr gehen. Die beiden Mitarbeiter von MCRC zeigten uns verchiedene Pflanzen aus denen Shampoo oder Farbe hergestellt werden kann, die die Dorfbewohner verkaufen koennten. Allerdings werden viele dieser Pflanzen von Elefanten gefressen und auch die extra angelegten Felder, die das Dorf umgeben, koennen wegen Wasermangel nicht genutzt werden. Daher muessen sich die Dorfbewohner auf den Anbau bestimmter Pflanzen beschraenken.
Nach ca 2 Stunden machten wir uns auf den Weg ins naechste Dorf und verabschiedeten uns von allen. Die Fuehrerin des Tribals lud uns ein wieder zukommen was wir gerne annahmen.
Auf dem Weg zu Arakadavu machten wir an einem kleinen Restaurant halt, um zu Mittag zu essen, da es mittlerweile schon 3 Uhr nachmittags war. Danach ging es auf holprigen Strasen weiter zum Ureinwohner Dorf. Dieses war etwas kleiner als das erste und ausser 2 Erwachsenen waren nur Kinder und viele kleine Ziegen dort, da die Eltern hauptsaechlich in den umliegenden Waeldern oder auf den Feldern arbeiteten. Dieses Dorf hatte sogar eine kleine Schule in der die Kinder bis zum fuenften Schuljahr unterrichtet werden koennen. Um auch danach weiterhin zur Schule zu gehen muessen sie das Dorf verlassen und gehen in eine weiterfuehrende Schule in der naechsten Stadt, wo sie in einem Hostel leben. Zudem gab es einen Brunnen der leider nicht funktioniert, da sich die Einwohner die Kosten fuer die mit Strom laufende Pumpe nicht leisten koennen.

Am 14. November wird in Indien Children's day gefeiert. Der erste Premierminister Indiens Javargarlal Neru gab Kindern grosse Aufmerksamkeit und er veranlasste, dass es nun jaehrlich ein Tag fuer die Interessen der Kinder gibt. Hierzu werden in den Schulen viele Tanz-, Mal-, und Sportwettbewerbe organisiert. NMCT nutzte diesen Tag um den Kontakt mit Kindern die vor einigen Jahren unterstuetzt wurden, wieder aufzufrischen und ihnen zu zeigen, dass sie auch weiterhin die Hilfe von NMCT in Anspruch nehmen koennen. So wurden Schuluniformen, Hefte und Geschenke verteilt. Ausserdem wurden Spiele organisiert, auch wenn der Malwettbewerb buchstaeblich ins Wasser gefallen ist. Waehrend des Programms regnete es durch die Decke des Schulgebauedes, aber davon liess sich niemnd stoeren. Es waren auch einige Mitglieder des Lion club von Coimbatore da, die Preise ueberreichten und Reden hielten.
Die ganz kleinen bekommen auch Unterstuetzung Nach Kerala ans Meer!!!
Unsere Maedels freuten sich schon lange auf den Ausflug nach Kerala ans Meer. Hierzu wurden auch noch 40 andere Kinder eingeladen, die von NMCT unterstuetzt werden. Mit 65 Kindern und 7 Betreuern ging es letzten Samstag dann los. Doch zuerst stand uns eine 4 stuendige Busfahrt bevor, auf der uns jedoch nicht langweilig wurde. Die Musik wurde auf maximale Lautstaerke gedreht und zusammen mit Kindern und Betreuern haben wir die meiste Zeit der Reise tanzend verbracht. Der erte Halt unseres Ausflugs war ein Zoo, in dem die Kinder Tiger, Loewen, Sclangen und Affen sehen konnten. Waehrend es fuer die Kinder natuerlich schoen war diese grossen Tiere sehen zu koennen taten uns die Tiere, die in viel zu kleinen Kaefigen gehalten wurden, doch sehr leid.

Danach ging es direkt zum Meer. Dort angekommen konnten die Kinder es kaum erwarten endlich ins Wasser zu rennen. Viele sahen das Meer zum ersten mal und es war echt suess, wie sie total Spass an den Wellen hatten und im Wasser rumtobten. Sie konnten gar nicht genug bekommen doch schlieslich fing es an zu regnen und wir mussten zum Bus zurueck laufen.
Und mit Regen ist nicht der deutsche Nieselregen gemeint. Es war total schoen mit unseren Maedchen unter Palmen im stroemenden Regen zu laufen. Und wir haben uns wieder einmal gedacht wie schoen es doch ist in Indien zu sein. Es schuettete wie aus Eimern und schliesslich kamen wir voellig durchnaesst im Bus an. Sich mit 65 total nassen Kindern in einem Bus umzuziehen war auch durchaus ein Abenteuer.

Danach ging es, diesmal mit kleinen Taxis, zuruck an den Strand, wo eine Buehne aufgebaut war. Hier wurden verschiedene Lieder vorgetragen und Reden gehalten. Jedes Jahr findet dort ein kleiner Jahrmarkt statt. Spaeter erfuhren wir von unserem Direktor, dass es zu dieser Zeit zu schweren Ausainandersetzungen zwischen Hindus und Moslems kommt, bei den es oft Tote gibt. Das war das erste Mal, dass wir hier von gewalttaetigen Ausainandersetzungen zwischen Anhaengern verschiedener Religionen hoerten und erchuetterte uns doch ziemlich.
Nachdem bei einem Freund unseres Direktors, der den Tag fuer die Kinder gesponsert hatte, in seinem Haus direkt am Meer gegessen hatten, ging es zurueck nach Abhaya.
Liebe Patty und Laila,
AntwortenLöschenihr habt wieder tolle Fotos und spannende Erlebnisse zu berichten.
Für Mallica war es bestimmt schön ihr Dorf zu besuchen.
Lustig, dass die Frauen der Selbsthilfegruppe immer lila Saris tragen. Die sind schön!
Ich bin gespannt auf euren nächsten Bericht.
Viele Grüße, Lila
Liebe Patty
AntwortenLöschenIch habe gerade eure Berichte gelesen.klasse, hat mich sehr begeistert.Schön, daß ihr die Mädchen dort unterstützt.Tolle lebendige Bilder, man kann sehen, daß ihr viel erlebt. Das sind bestimmt Erlebnisse, die ihr nicht so schnell vergeßt.
herzliche Grüße Padma