Montag, 12. Oktober 2009

Von indischen Studenten, hilfsbereiten Stadtbewohnern und german boys


Letzte Woche besuchten Schueler des Colleges Hindustan im Rahmen ihres Studiums “Master of Social Work” NMCT, um mehr ueber NGO’s und ihre Arbeit zu erfahren. Nachdem unser Direktor einen Vortrag ueber soziale Arbeit mit anschliesender Diskussion gehalten hatte, hatten wir die Gelegenheit die Studenten naeher kennen zulernen. Dabei war es schoen mal wieder mit Gleichaltrigen sprechen zu koennen.
Allerdings waren wir geschockt, als uns einer der Schueler stolz ein Bild von Hitler auf seinem Handy praesentierte und erzaehlte er habe auf seinem Motorrad auch einen Hakenkreuz Aufkleber. Wir stellten fest, dass die meisten Inder ein vollkommen falsches Bild von Hitler haben. Sie sehen in ihm nur den mutigen, kraftvollen Eroberer und nicht den grausamen Diktator. Unser Direktor erzahlte uns noch, dass viele gar nichts ueber den Holocaust wissen.
Anschliesend waren vorallem die Jungs daran interessiert, dass wir sie zu einem Picknick begleiten, was aus Zeitgruenden aber nicht moeglich war.
Vermutlich werden wir die Schueler aber bei einem Besuch ihres Colleges wiedersehen.
Uns fiel auf, dass die Schueler, obwohl sie waehrend des Vortrags geschlechtergetrennt gesessen hatten, einen spaeter sehr lockeren Umgang miteinander hatten.

Am 6 Oktober hatten wir unser erstes Staff- meeting mit fast allen Mitarbeitern von NMCT. Hierfuer hatten wir die letzten Tage eine Power Point Praesentation vorbereitet in der wir ueber unsere Erfahrungen und Eindruecke in unseren ersten Monat in Indien berichteten. Wir erzaehlten von unseren Plaenen fuer den naechsten Monat und erklaerten hierbei wie man Handpuppen bastelt. Obwohl wir bei der anschliesenden Diashow, anstatt unseres geplanten “Naturliedes” ein gefuehlvolles Tamilliebeslied abspielten, waren die Mitarbeiter begeistert. Beim gemeinsamen Mittagessen machten sie sich aber trotzdem immer noch ueber unseren Patzter lustig.
Das Meeting begann um 10 Uhr morgens und endete um 18 Uhr abends. Die meisten Mitarbeiter praesentierten ihre Vortraege in Tamil, da sie nicht darauf vorbereitet gewesen waren, dass auch noch zwei Deutsche am Treffen teilnehmen wuerden oder auch selbst nicht so gut Englisch sprechen. Daher verstanden wir leider nicht so viel und umso spaeter es wurde, umso mueder wurden wir. Ein toller Wachmacher und zudem eine echte Ueberraschung war Lakshmanans Power Point Praesentation, in der er uns auf deutsch als Familienmitglieder in NMCT begrueste und auch noch 3 weitere Folien mit Hilfe des Internets ins Deutsche uebersetzt hatte. Am Ende gabs dann - wie hier in Indien ueberall ueblich - noch ein Gruppenphoto.







Wir hatten die Moeglichkeit mit den Kindern einen Naturpark zu besuchen. Hierzu wurden wir von einem Sport-Club eingeladen der fuer die Kinder auch noch ein Programm mit Spielen und Taenzen vorbereitet hatte. Wir wanderten zuerst einige Zeit durch den Wald, bekamen aber leider keine Tiere zu sehen. Das lag vermutlich daran, dass wir eine zu grosse Gruppe waren und zu viel Laerm machten. Bevor wir wieder umkehrten sassen wir eine Weile auf dem Boden und konnten den vielen verschiedenen Voegeln zuhoeren. Danach gab es Esssen und ein buntes Programm fuer die Kinder. Ein Zauberer zeigte Zaubertricks und machte Ballontiere. Ausserdem wurden verschiedene Taenze und Lieder vorgetragen. Auch wir durften bei den Taenzen mitmachen, was mehr Spass machte als wir erwartet hatten J. Ausserdem lernten wir noch einen “german boy” kennen von dem uns schon viele Mitarbeiter vor unserem Besuch erzaehlt hatten. Unsere Erwartungen waren also hoch. Jakob der hier ein Praktikum fuer sein Geografiestudium macht, enttaeschte uns aber nicht. Wir unterhielten uns lange ueber die vielen Kleinigkeiten die uns im Alltag mit den Indern hier anders und fremd erscheinen und konnten Erfahrungen austauschen.
















Ausserdem haben wir ein College besucht, in dem ein Vortrag ueber Transsexuelle gehalten wurde. Hierbei bekamen wir einige Eindruecke ueber ein indisches College. Danach durften wir das erste mal alleine einkaufen. Dank der Hilfe von vielen Indern, fanden wir schliesslich auch den Weg nach Hause.







Am Samstag haben wir das erste mal mit zwei der Maedchen Fahrrad fahren geuebt. Trotz anfaenglicher Schwierigkeiten konnten wir nach einiger Zeit erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Dabei wurden wir von Murugan und seinen zwei kleinen Soehnen begleitet. Da sein Haus direkt auf dem Weg lag, lud er uns noch zu sich auf einen Kaffe ein.

3 Kommentare:

  1. Wow,
    das war ja wieder ein langer und anschaulicher Bericht. Klasse, euer Fahradkurs für Kinder. Wir sind begeistert, wie ihr in eurer Arbeit aufgeht.
    Herzlichst grüßen alle aus dem KKS weltwärts Team.

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  2. Hallo ihr beiden!
    Interessant, auch mal Fotos von der Stadt zu sehen.
    Hattet ihr eigentlich schon mal einen Sari an? Macht das mal. Und dann will ich ein Foto sehen. :-)
    Liebe Grüße, Lila

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  3. Grüß Euch Laila + Tamara,
    hat denn in Indien in Tag mehr als 24 Stunden?? Es hat den Anschein, denn wie könntet Ihr es sonst schaffen - neben Eurer Arbeit und den vielen Aktivitäten - noch so ausführliche und interessante Berichte zu schreiben. In jedem Fall verfolge ich sie gespannt und freue mich auf das was noch kommt!!! Lieben Gruß aus dem kalten Deutschland,
    Gisela aus Marburg

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