Schon ein Monat ist vergangen seit wir in Indien angekommen sind. In diesen vier Wochen haben wir viele neue, interessante, spannende aber auch traurige Erfahrungen gemacht. Wir haben Projekte von NMCT besucht und Informationen ueber eine Transsexuellen, sowie ueber eine Frauen Selbsthilfegruppe bekommen. Wir hatten die Chance nach Chennai zu reisen und das “Joy of giving festival” zu besuchen. Hier lernten wir viel ueber die Arbeit von verschiedenen NGO’s. Traurig war die Armut der Bettler und Obdachlosen zu erleben. Auch mit unserer Arbeit mit den Maedchen haben wir begonnen. Wir haben Englisch und Computer Unterricht gegeben und ihnen ein paar Tanzschritte vom Cha Cha Cha und Wiener Walzer beigebracht. Aber auch wir konnten einiges von ihnen lernen. Angefangen von indischen “Handklatschspielen” ueber Tanzschritte und Blumenketten binden zu den ersten Saetzen in Tamil war alles dabei.
Wir bekommen immer mehr Einblicke in die indische Kultur. Vieles ist sehr anders als in Deutschland. Wir lernen viel ueber die Mentalitaet der Menschen, das Essen, die Feiertage, die Traditionen und Braeuche, gesellschaftliche Schichten und die Geschlechterrollen. Indien ist in vielerlei Hinsicht sehr spannend und wir erleben jeden Tag etwas neues. Die Menschen sind sehr herzlich und laden uns oft zu sich nach Hause ein. Es ist total schoen zu sehen wie sehr sich die Maedchen ueber unsere Aufmerksamkeit freuen und traurig zu erfahren welche Schicksalschlaege sie erlebten und wie HIV das Leben ihrer Familie veraenderte. Wir freuen uns zu sehen wie erfolgreich NMCT das Leben von vielen Frauen, Transsexuellen und Kindern verbessert und ihnen Hoffnung gibt.
Einige Schueler der Kodai International School besuchte NMCT um mehr ueber ihre Arbeit und die Unterstuetzung von HIV infizierten Eltern und ihren Kindern zu erfahren. Hier hatten wir die Moeglichkeit Erfahrungen mit ein paar Deutschen auszutauschen. Die Schueler kamen aus Korea, Nepal und Amerika. Insgesamt waren wir aber etwas enttaeuscht von dem Besuch, da sich viele der Schueler ueberhaupt nicht fuer NMCT und die Projekte interessierten. Zusammen mit der International School haben wir dann eine Selbsthilfegruppe fuer Transsexuelle besucht. Am Anfang war es etwas merkwuerdig einen Mann, in einem mit Pailletten bestickten Sari, tanzen zu sehen. Doch schon nach kurzer Zeit waren uns die sehr netten und lustigen Mitglieder der Selbsthilfegruppe sehr sympatisch. Sie erzaehlten sehr offen von ihren Erfahrungen, trugen Lieder und Taenze vor und alberten herum.
Wir hatten die Moeglichkeit fuer zwei Tage Chennai, die Haupstadt Tamil Nadus, zu besuchen. Das“Joy of giving festival”, bei dem verschiedene NGO’s ihre Arbeit vorstellen, fand dort statt. Wir lernten also viel ueber die verschiedenen Aufgabenfelder von NGO’s, sahen ein Puppentheater ueber HIV und durften einer sehr bekannten Saengerin zuhoeren. Ausserdem gab es verschiedenes Essen aus allen Nationen von mehreren 5 Sterne Hotels. Einen Tag hatten wir die Moeglichkeit eine Sightseeingtour zu machen, bei der wir Museen und Tempel besuchten und am Strand auf Pferden ritten. Begleitet wurden wir waehrend unseres Trips von den NMCT Mitarbeitern Selvadevan, Lakshmanan und dessen Freund, dem Kuenster Selvin. Daher war dies auch eine gute Gelegenheit ein paar der Mitarbeiter besser kennen zu lernen, so dass wir uns hier immer wohler fuehlen. Auf der achtstuendigen Zugfahrt brachten sie uns auch noch mehr in Tamil bei, sodass die Fahrt schnell vorbei war. Doch wir machten auch einige traurige Erfahrungen. So war es echt schlimm das Elend der vielen Bettler zu sehen.
Wie besuchten ausserdem eine Frauenselbsthilfegruppe die Mikrofinanzkredite an beduerftige Frauen vergibt, die sich damit ein kleines Geschaeft aufbauen koennen. Hier trafen wir auch Herrn Tepel von der Karl Kuebel Stiftung. Es war total spannend ueber die Arbeit der Frauen zu hoeren und wir planen ein Case Study ueber die Organisation die seit 2008 sogar unabhaengig ist zu erstellen.

Da die Maedchen eine Woche Ferien hatten konnten wir mit den ersten Case Studies beginnen. Zusammen mit Selvadevan, der uns das Gesagte ins Englische uebersetzte, fuhren wir mit dem Bus zu den Kindern nach Hause. Aus drei Gruenden gestaltete sich diese Busfahrt allerdings als etwas komplizierter als eine Busfahrt in Deutschland. Erstens: Frauen sitzen im vorderen Teil des Busses und Maenner im hinteren Teil, vorne und hinten gibt es jeweils eine Tuer
Zweitens: Die Busse sind meist so voll, dass jemand der vorne sitzt nicht mit jemandem der hinten im Bus sitzt kommunizieren kann
Drittens: Selvadevan ist ein Mann und wir sind Frauen
Da wir also getrennt voneinander sasen, konnten wir nur ueber Handzeichen kommunizieren wann wir das naechste mal aussteigen. Das fuehrte schlieslich dazu , dass wir ploetzlich ganz ohne Begleiter an einer Bushaltestelle standen, waehrend Selva noch im Bus war. Zum Glueck haben wir ihn aber noch rechtzeitig aufgeregt am Fenster winken sehen und sind sofort wieder eingestiegen, als der Bus schon wieder losfuhr.
Bei den Kindern wurden wir herzlich empfangen und die Eltern erzaehlten ueber ihr Leben, welche Rolle HIV in ihrem Leben spielt und wie die Kinder in das Abhaya Student Shelter kamen. Es war schoen die Eltern der Maedchen kennen zu lernen, so konnten wir uns einen Eindruck ueber die Familienhintergruende machen. Es war aber auch traurig von ihren Schicksalsschlaegen zu erfahren und die sehr armen Lebensumstaende zu erleben.
Am 26. September haben wir unser erstes indische Fest erleben koennen : Ayudha Pooja! Bei diesem Fest werden alle Dinge die man zum Arbeiten oder zum Lernen braucht (Computer, Autos, Buecher) geehrt und duerfen an diesem Tag nicht benutzt werden. Wobei es aber anscheindend nicht allzu tragisch ist, wenn man sich nicht daran haelt. Zumindest sind wir an diesem Tag trotzdem mit dem Auto gefahren und haben auch einige Mitarbeiter von NMCT am Computer erwischt. Alle elektischen Geraete, Fenster und Tueren wurden mit Blumen behaengt und bekamen Pottus. Und davon wurde auch der Ventilator und das CD Fach des Computers nicht ausgeschlossen! Auf einem Tisch im Office wurden Buecher gelegt und dekoriert und alle Mitarbeiter versammelten sich waehrend eine Platte mit Feuer vor dem Tisch bewegt wurde und Puff Reis geworfen wurde. Am Ende wurde unter jedes Rad der mit Blumen geschmueckte Autos, Motorraeder und unsren beiden Fahrraedern eine Limone gelegt, ueber die man fahren und somit zerpressen musste. Mit den duennen Fahrradreifen war das aber garnicht so einfach, deswegen haben ein paar der Mitarbeiter etwas nachgeholfen. Danach gabs dann Puff Reis und Kichererbsen zum knabbern, welche auch an die Nachbarn verteilt wurden, die waehrend der ganzen Zeremonie zugeschaut hatten. Dies war wieder ein Moment, der uns etwas schockierte, da die hauptsaechlich aus aermlichen Verhaeltnissen stammenden Nachbarn sich geradezu auf das Essen stuerzten, das in Tueten eingewickelt verteilt wurde.
Zudem haben wir letzten Sonntag einen Ausflug nach Coponari gemacht. Das ist die Farm, die wir bereits an unserem ersten Tag in NMCT besucht haben. Zusammen mit der Familie unseres Direktors und unserer Mentorin und einigen Freunden verbrachten wir dort den letzten Sonntag. Waehrend die Frauen bereits um 9 Uhr morgens das Mittagessen vorbereiteten, entspannten wir an einem nahe gelegenen Bach, wobei wir uns auch unseren ersten indische Sonnenbrand einfingen. Da zwei der Maedchen am Samstag nicht von ihren Eltern abgeholt wurden, obwohl nun eine Woche Ferien waren, nahmen wir Banupria und Easwari einfach mit zur Farm. Spaeter sind wir dann noch mit den Toechtern unserer Mentorin und deren Freundinnen in einem 10 Minuten entfernten Fluss baden gegangen. Wobei wir uns eher einfach in die Stroemung gesetzt haben, anstatt zu schwimmen. Natuerlich auch mit unseren Klamotten. Auf der Rueckfahrt durften wir dann auf dem Dach des Jeeps sitzten. Leider mussten wir schon frueher als geplant gehen, da es ploetzlich anfing zu regnen.
We really want to thank our mentor Seehtalaksmi who supports us in every way. Thanks to her and our Director we had the chance to visit many different places, projects and people. All in all we want to say that we feel more and more at home.
Hallo Tamara und Laila,
AntwortenLöschenwir sehen, Eure Tage sind gut gefüllt. Danke, dass ihr etwas in Englisch geschrieben habt.
Da können unsere Kollegen in Indien auch einen Eindruck bekommen.
Liebe Patty, liebe Laila!
AntwortenLöschenWie schön, dass ihr Fahrräder habt! Die Kinder sehen ja süß aus.
Ich bin gespannt auf eure nächsten Berichte...
Liebe Grüße, Lila
Hallo Ihr Beiden,
AntwortenLöschensehr schön dass ihr so viel schreibt:) War klasse mit euch zu telefonieren, ich werde diese Woche noch einmal versuchen euch zu erreichen!
Genießt die zeit und vor allem das gute wetter :)
Laura